Montag, 7. Dezember 2009









Liebe Freunde,

hier in DF haben wir Sommertemperaturen. Gestern habe ich mit meiner Mitbewohnerin einen Minitannenbaum in Top und kurzer Hose gekauft. In zwei Wochen sind Ferien und wir werden endlich reisen koennen, wir haben uns einiges vorgenommen und reisen von Df nach Veracruz, Campeche, Merida, Cancun, zurueck ueber Chiapas, Belize.....die Vorfreude ist gross..... den DF ist riesig und anstrengend und es gibt nur wenige Orte an denen man entspannen kann.

Letzte Woche habe ich meinen Spanischlkurs beendet ....Mein Fazit fuer das Geld nicht sehr suffizient, ich spreche mittlerweile zwar ganz gut und verstehe auch fast alles, jedoch nicht aufgrund des Kurses, ich bin gezwungen auf der Arbeit Spanisch zu sprechen und habe einige Freunde , die fast gar kein Englisch sprechen und so lerne ich Tag fuer tag ein wenig mehr.

Bei euch weihnachtet es wahrscheinlich sehr, hier kann man zur Zeit zwar ueberall Weihnachtsdeko kaufen, jedoch ist die weihnachtliche Vorfreude aufgrund der fehlenden Stimmung(klima, Duft, Tannengruen....)bei mir ueberhaupt nicht vorhanden.

Mit den Kindern ueben wir derzeit die Weihnachtsgeschichte ein , die einwenig anders ist als unsere. Es handelt sich viel mehr um einen Kampf zwischen Engeln und Teufeln.

Letztes Wochenende waren wir mit allen Maedchen unserer Gruppe im Temazcalli, eine Art Sauna , in einem kleinen Dorf, zwei Stunden entfernt von Mexiko City. Dort reinigen viele Mexikaner zwei mal im Jahr ihre Seele. Dieser atztekische Brauch wurde ueber Jahre weiter gegeben. In weisser Unterwaesche( Symbol fuer Reinheit), einem roten Guertel( Fruchtbarkeit der Frau) wird man zunaechst einmal mit Weihrauch "vorgerinigt", danach folgt ein drei stuendiger Saunaaufenthalt, der fuer mcih alles andere als entspannend war, es werden Lieder gesungen, Segen ausgesprochen und die Geschichte der Goetter der Elemente vorgelesen . Die Maedels heulen wollen raus, da es super heiss wird, jedoch darf man nicht aussteigen, da sonst die Energie unterbrochen werden wuerde. Neben mir sassen zwei heulende Maedchen, ich selber hatte grosse Atemnot, jedoch hat es am ende allen gut gefallen. Die Kinder sind unglaublich stolz und bewerten diesen Ausflug mit " sehr gut".-

nach zwei Stunden duerfen die Kinder gehen und die Erwachsenen bleiben noch eine weitere Stunde, jeder muss ueber seine schlimmsten Ereignisse sprechen und wird danach mit verschiedenen Grasern gesalmt und gereinigt..... Viele mussten brechen und haben schrekclich geweint. Anschliesend fuehlt man sich unglaublich schwach aber irgendwie wie neu geboren.

So das wars dann auch von mir hier noch einige Bilder...

Montag, 23. November 2009







Mir gehts wieder besser, nach einer Nacht im Krnakenhaus und fuenf Tagen bin ich wieder wohl auf. Ich hatte ein Parasit im Magen und deswegen reagierte ich auf das fettige Essen hier ueberempfindlich. Ich habe stundenlang erbrochen , konnte nicht gehen da ich so starke Magenschmerzen hatte. Jetzt ist jedoch alles wieder gut, ich kann zwar nur noch Reis und trockenes Gemuese essen , aber ich habe keine SChmerzen mehr.

So endlich habe ich auch die Fotos vom Dia del Muerto. Am Dia del muerto gedenkt man den Toten. Es ist ein sehr froehliches Fest........das seht ihr aber alles auf den Bildern

Montag, 16. November 2009








Liebe Freunde,

mir geh es gut. Nach einem sehr starken Magendarminfekt bin ich nun wieder wohl auf. Zur Zeit erarbeiten wir mit den Kindern , die Weihnachtsgeschichte. Für mich ist es manchmal ziemlich schwer, da es doch große Unterschiede zu unserer weihnachtsgeschichte gibt. Davon werde ich euch aber bald berichten......
Hier ein paar Fotos von Guanajuato einem schönen kleinen Kolonialstädtchen:

Montag, 26. Oktober 2009

CervantinesFestival in Guanajuato

Liebe Freunde,
entschuldigt das ich mich erst jetzt wieder melde. Es ist so viel passiert, zur Zeit arbeite ich sehr viel, da wir die Parade für den Dia del Muerte vorbereiten müssen.

Zur Zeit kommen ca 30 Kinder zum Training. Es ist schwer sich vorzubereiten, da man nie weiß wie viele Kinder kommen und wann sie kommen.

Am 31. Oktober wird in Mexiko der Tag der Toten ( Dia del muerto) gefeiert. Nach Weihnachten, der wichtigste Feiertag. In den Häusern, werden kleine Altare aufgebaut, auf denen stehen Bilder der Toten, manchmal Spielsachen, die Lieblingsspeisen und Süßigkeiten der Verstorbenen. Geschmückt wird der Altar mit vielen Blumen. Am 31.10 gedenkt man den verstorbenen Kindern und am 1.10 den Erwachsenen, viele legen einen Blumenpfad vom Friedhof bis hin zu ihrem Haus.

Es ist ein fröhliches Fest, man erinnert sich an all die schönen Momente, welche man mit dem Toten erleben durfte.

Ein weiteres Ritual, sind die Paraden und Ofrendas(riesen Blumengestecke) in den verschiedenen Stadtteilen.

Wir haben eine kleine Zirkusparade vorbereitet, die Kinder entweder verkleidet als Bauern oder Tote begrüßen Katrina den Tod(eine weiß gekleidete Frau mit einem Totenkopf). Der Tod wird mit Freude empfangen, man erinnert sich an schöne alte Tage, bei uns auf dem Hof vor der Sporthalle wird ein riesen Gesteck, (Ofrenda) aufgebaut. Die Besucher und unesre Kids, die an der Zeromonie teilnehmen, bekommen eine Kerze und eine Totenkopfkarte. Auf die Karte schreibt ein Jeder (der schreiben kann , in dem Viertel gibt es eine extrem hohe Analfabtenrate)dem Toten eine Nachricht. Danach wird gemeinsam gesungen und gegessen........

Ich habe das Gefühl, das die Mexikaner eine ganz andere Haltung zum Tod haben als wir Deutschen. Die Lieder sind föhlich, man kleidet sich bunt oder trägt sogar ein Totenkopfkostüm.

Ich bin mal gespannt und werde euch danach berichten von meinem ersten Dia del muerto!

Dienstag, 6. Oktober 2009

Auftritt auf dem Land






el jefe Juan Carlos



Hoplaaaaaa

Zu meinen Aufgaben hier vor Ort gehören auch die Organisation und Betreung von Auftritten bzw. Artisten. Dieses Wochenende war ein Ensemble aus Belgien da. Wir haben eine kleine Tournee gemacht und in verschiedenen Dörfern gespielt.

Auf dem Lande ist es zwar schön ruhig, aber tagsüber heiß und nachts eisig kalt.

Ich habe bei der Familie meines Chefs gewohnt und war mir selbst überlassen , um mich herum nur Fremde (; El campo es sin ley.....Ich bin stundenlang Pick UP gefahren , als Mitfahrer und auch selbst.
Mit dem kleinen Neffen durfte ich stundenlang ausreiten und durch die Wildnis galoppieren, ja mir gehts schon ziemlich gut !

zu Besuch bei Frida und Karlo



Montag, 5. Oktober 2009

auf dem Lande Til1

Um such zu erholen von all dem Stress, dem Lärm fahen viele Mexikaner am Wochenende aufs Land. Ich habe Gisela begleitet und ihre Familie besucht. Nicht nur eine Familie , gleich drei ver schiedene und jedes mal gab es was zu Essen ...............und wie viel!

Die Leute auf dem Land leben sehr einfach , was mir am meisten fehlt ist die Klospülung, es gibt leider nur Plumpskloartige Häuschen, diese sind in der Nacht eiskalt! Tagsüber ist es unerträglich heiß und ab sieben wirds eisig kalt.

Die Leute sind jedoch sehr herzlich, laden einen ein und brereiten ein wunderbares Mahl vor, obwohl sie selber so wenig haben. Blöd ist, das es unmöglich ist zu sagen, Nein Danke ich kann nciht mehr essen!

Das wäre eine große Beleidigung, deswegen kämpfe ich mich jedes Mal durch, auch wenn mir danach schlecht ist und ich kein Essen mehr sehen ):


Dienstag, 29. September 2009

Fiestaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa

Ich bin zutiefst erschüttert und werde wenn es möglich ist die nächsten Jahre nicht nach Deutschland kommen. Was für ein schreckliches Wahlergebnis!
Trotzdem geht es mir hier in DF sehr gut. Gestern hat meine Vermieterin eine Party für mich organisiert. Es war wunderbar, in unser kleines Wohnzimmer passen ziemlich viele Leute rein.

Mir gefallen die Fiestas hier verdammt gut, es wird getanzt, gesungen, gelacht, getrunken. Man muss gar nicht viel vorbereiten, Hauptsache Musik ist da.

Die Mexikaner sind ein Tänzervolk, alle haben getanzt , auch ohne Alkohol. Es gab zwar später dann Sorveza, Bier mit Limone, aber das Trinken ist eher nebensächlich. Was besonders erstaunlich ist und mir gut gefällt ist das die Jungs auch tanzen können und wie gut-

Ich habe ein wenig Salsa gelernt, was man hier sehr schnell lernt, da immer Musik in der Luft liegt und die Leute überall tanzen.

Es war eine ganz besondere Atmosphäre, beim Salsa tanzen dringt die Musik durch den Körper, man fühlt sie und führt schließlich nur noch die Bewegung aus. Man wird eins mit dem Partner, na gut ich habe hier auch wirklich Glück das die Jungs so unglaublich gut führen können.

Die Fiesta sollte um acht beginnen , die Ersten kamen gegen 22:00. Die Meisten kommen grundsätzlich immer zu spät, was jedoch akzeptiert ist, muss eine Volkskrankheit sein, auf der Arbeit gibt es sogar Zwischenschichten, nur für „Zuspätkommer“

Dafür ging die Party bis sieben Uhr morgens , die Meisten haben dann hier noch ein paar Stunden geschlafen und sind gefahren. Ich habe jedoch nichts mitgekriegt, da ich erst um drei Uhr von einem Freund geweckt wurde .

Der Ausklang der Feier war auch herrlich, als keiner mehr tanzen konnte, wurde gesungen ....Stunden- in einer Lautstärke.

Die Fenster waren offen und die Wohnungen sind sehr hellhörig, keiner würde sich jedoch beschweren, da überall und immer irgendwo Musik läuft.

Was anstrengend sein kann, wenn man von der Arbeit kommt und unter der Woche um 2 Uhr immer noch Salsaklänge zu hören sind und die Hunde jaulen ................

Man wird hier sehr schnell und herzlich in Gemeinschaften und Gruppen aufgenommen. Also ihr müsst euch keine Sorgen machen alleine bin ich hier nie .

Freitag, 25. September 2009

mir gehts gut!

Liebe Freunde, liebe Familie,

Mir geht’s gut. Ich merke wie ich Tag für Tag heran reife. Ich habe die letzte Woche viel gelernt und beginne das Leben hier mehr und mehr zu begreifen. Vor allem kann ich mittlerweile mit bestimmten Vorurteilen umgehen, die einem als Weißen hier begegnen.

Alles was ich schreibe und beschreibe sind subjektive Wahrnehmungen, man muss dazu sagen, das ich in einem Stadtteil wohne, indem vor allem ältere Menschen leben, wenig Studierte und eher die untere Mittelschicht. Vorurteile beruhen oftmals nicht auf eigenen Erfahrungen, sondern werden übernommen. Hier in Mexiko wird der Großteil der Bevölkerung an bestimmten Prozessen wie z.B dem internationalen Austausch ausgeschlossen. Nur die reichen Kinder haben die Möglichkeit zu reisen, im Ausland zu studieren, andere Sprachen zu erlernen.
Diese negative Einstellung gegenüber „Weißen“ ist verständlich!

Der Großteil der Bevölkerung hat einen indigenen Ursprung, jedoch sieht man beispielsweise im Fernsehen nur „Weiße“, so ist es auch in großen Unternehmen, in der Politik. Auf den höheren Instanzen arbeiten und bestimmen „Weiße“.

Dieser Rassismus gegen die eigene Bevölkerung ist ziemlich problematisch.
Es ist klar nach zu vollziehen warum die Kriminalitätsrate hier so hoch ist. Eine korrupte Regierung, nicht wirklich freie Wahlen, hier regiert das Geld!
Überall sind Polizisten und wöchentlich marschieren Soldaten durch die Stadt.
Nicht so wie bei uns sorgt die Polizei für Sicherheit und wird von der Bevölkerung generell akzeptiert.

Letzte Woche habe ich beobachtet wie ein Ladenbesitzer, der bestimmte Waren nicht registriert hatte, nach einem langen Gespräch dem Polizisten Geld in die Hand drückte und somit war die Sache erledigt.
Hier wird wirklich überall illegal verkauft und gearbeitet.
Ich war mit Freunden meiner Vermieterin in einem Viertel, in dem man alles an technischen Geräten von der Software über Filme, Laptops wirklich alles zum halben Preis und noch billiger kaufen kann, natürlich illegal. Da, die Leute hier kein Geld haben ist die Nachfrage sehr groß!
Ungerecht ist auch, das die „Reichen“ z.B Großunternehmer keine Steuern bezahlen müssen, da Sie die Regierung mit Geldern unterstützen . Hier zahlen die Ärmsten und die Mittelschicht über 30 Prozent ihrer Einnahmen und Gehälter werden versteuert. Das ist sehr viel, da die Einkommen sehr gering sind!

Man fragt sich wo diese Gelder hin fließen, der Bevölkerung kommen sie generell nicht zu Gute. Hier begegnen einem schlecht ausgebaute Straßen, in manchen Schulen sind 40 Kinder und mehr in einer Klasse, mit nur einem Lehrer, Sicherheit garantiert die Polizei nicht, zu wenig öffentliche Verkehrsmittel für über 20 Millionen Menschen, kein Gesundheitssystem welches jedem eine Versorgung garantiert. Die Meisten sind nicht versichert, da im Krankheitswesen alles privatisiert wurde und die Versicherungen sehr teuer sind.

Im Zentrum begegnen mir dann gigantische Bauten, viele Touristenattraktionen. Einige Stationen weiter gibt es diesen Glanz nicht, die Leute sind arm , aber doch glücklich. Oder sie erscheinen mir nur glücklich., gut gelaunt, freundlich, für jeden Spaß bereit, ich habe bis jetzt noch niemanden gehört der sich beklagt über sein Leben. Gisela(Vermieterin) erklärt mir viel und ich glaube es ist die Machtlosigkeit , die Hoffnungslosigkeit , irgendwann akzeptiert man sein Schicksal. Durch die extremen Kontrollen gibt es so gut wie keine Demonstrationen, keine Aufstände die Meisten haben Angst!

Wut und Ärger werden in Musik ausgedrückt und auf kleineren Instanzen arbeiten viele für eine gerechtere Welt hier in Mexiko.

Montag, 21. September 2009